Erntedankfest

Erntedankfest in Deutschland 2015, 2016, 2017 und 2018.





Deutschland 2015 2016 2017 2018
Erntedankfest 4 Oktober 2 Oktober 1 Oktober 7 Oktober

Bedeutung und Geschichte

An Erntedank danken alle Christen Gott für die segensreiche Ernte des vergangenen Sommers und wird im Herbst nachdem Ende der Ernte begangen. Es wird dabei von allen christlichen Glaubensrichtungen begangen. Es soll die Christen daran erinnern, dass Gott ihnen wohlgesonnen ist und sie mit allem Nötigen versorgt. Gleichzeitig mahnt es, nicht zu vergessen, dass wir auf einige Dinge im Leben selbst nur einen geringen Einfluss ausüben.

Geschichtlich gesehen handelt es sich beim Erntedankfest nicht um eine christliche Erfindung. Vielfältige, vergleichbare Rituale kennt man schon vom gesamten europäischen Kontinent und auch in gänzlich anderen Kulturkreisen. Im Mittelalter wurde Erntedank je nach Region, Klima und Erntezeit zu den verschiedensten Zeiten begangen. Gefeiert wird Erntedank heute meistens am Sonntag nach dem Michealistag (dem 29. September), bzw. am ersten Oktobersonntag.

Besondere Bräuche zu Erntedank

Die Feierlichkeiten selbst werden zumeist in der Kirche selbst veranstaltet, dennoch gibt es regional auch ganze Prozessionen zu diesem besonderen Fest. Um Gott zu danken bringen die Gemeindemitglieder neben verschiedensten Gemüse- und Obstsorten auch besonders naturnahe Produkte zum Altar der Kirche. Mancherorts werden auch so genannte Erntekronen geflochten. Die gespendeten Produkte werden im Anschluss an den Gottesdienst üblicherweise an Bedürftige und wohltätige Einrichtungen verteilt.

Auch in nicht-christlichen Regionen der Welt finden sich Feste, die sich mit dem Erntedankfest der christlichen Welt vergleichen lassen oder zumindest eine vergleichbare Grundlage haben. Dazu gehört zum Beispiel das japanische Matsuri oder das tamilische Pongal. Diese haben jedoch, im Gegensatz zu den bodenständigen Feierlichkeiten hierzulande, in der heutigen Zeit eher einen volksfestartigen Charakter.

Zusätzlich zu den kirchlichen Feierlichkeiten hält sich in einigen Gemeinden die Tradition von großen Umzügen zu Erntedank zwischen Ende September und Mitte Oktober. Diese sind vergleichbar mit Fastnachtsumzügen, jedoch zeigen die geschmückten Wägen klassische Tätigkeiten zur Ernte. Beispiele solcher Gemeinden sind Fürth (bei Nürnberg), Hamburg-Kirchwerder und Heidesheim.

In Deutschland ist das Erntedankfest kein gesetzlicher Feiertag, da das kirchliche Fest sowieso an einem Sonntag begangen wird, der normalerweise arbeitsfrei sein sollte. Besondere Bedeutung hat Erntedank in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort wird ein wichtiger Feiertag begangen, der „Thanksgiving“ genannt wird und unserem Erntedankfest entspricht. Man feiert dort Thanksgiving am letzten Donnerstag im November und erinnert sich damit das Erntedankfest der ersten Pilgerväter, die in Nordamerika religiöse Zuflucht suchten. Im Gegensatz zur europäischen Variante wird an Thanksgiving nicht nur für die bäuerlichen Erzeugnisse gedankt, sondern auch für alles Gute, dass einem im Leben wiederfährt. Thanksgiving ist in den USA ein wichtiger Feiertag auf Bundesebene, an dem der klassische Truthahn verspeist wird.