Weiberfastnacht

Weiberfastnacht in Deutschland 2015, 2016, 2017 und 2018.





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Weiberfastnacht 12 Februar 4 Februar 23 Februar 12 Februar

Der Brauch der Weiberfastnacht

Die Weiberfastnacht wird unter anderem auch Altweiberfastnacht, Fetter Donnerstag oder Schmutziger Donnerstag genannt. Die eigentlichen Fastnachtstage, oder auch Karnevalstage, beginnen am letzten Donnerstag vor der Fastenzeit. Dieser Tag wird je nach Region unterschiedlich benannt. Insbesondere im Südwesten Deutschlands nennt man ihn den "schmutzigen Donnerstag" oder zumal auch "schmotzigen Donnerstag". Mit "schmutzig" im sinne von Dreck hat das Wort dabei nichts zu tun. Es leitet sich stattdessen von dem schwäbisch-alemannischen Wort "Schmotz" ab, das in der Tat "Fett" bezeichnet. "Schmutziger Donnerstag" als Bezeichnung dieses Tages stimmt somit überein mit der andernorts üblichen Bezeichnung "fetter Donnerstag" oder auch "feister (= fetter) Donnerstag".

Jeder dieser Ausdrücke gedenkt den früheren Fastnachtsbrauch, denn an diesem Donnerstag wurde zum letzten mal vor Aschermittwoch geschlachtet und die leckeren fett-gebackenen Fastnachtsküchlein bzw. Fastnachtskrapfen wurden dann in Folge dieser Schlachtung hergestellt. Selbst heute noch findet in manchen Orten an diesem Donnerstag ein großes traditionelles Schlachtfest statt.

Seltenere Namen der Weiberfastnacht

Andere Bezeichnungen die üblicherweise für den Fastnachtsdonnerstag verwendet werden sind z.B. der "unsinnige Donnerstag" oder der "gumpige Donnerstag". Die Namen unterstreichen vor allem den Aspekt, dass an diesem Tag allerorts die Narreteien der Fastnacht eingeleitet werden. Das Wort "gumpig" kommt vom mittelhochdeutschen Wort "gumpen". Es bedeutet "hüpfen" ,"sich auf und ab bewegen" oder, im erweiterten Sinne auch "Possenreißen".

Neben den zuvor erwähnten Bezeichnungen gibt es auch noch eine Reihe noch seltener Namen. Dazu gehört der "Schwerdonnerstag", "unseliger Donnerstag" und "auseliger Donnerstag". Diese beziehen sich jedoch im Wesentlichen alle auf die bekannten Aspekte des Fastnachtsdonnerstags. Sie stellen oftmals nur dialektbedingte Abwandlungen dar.

Einzelheiten zur Weiberfastnacht

Im Rheinland kennt man den Donnerstag vor dem Aschermittwoch traditionell als den Tag der "Altweiberfastnacht" bzw. "Weiberfastnacht". An diesem Tag haben nämlich die Frauen das Sagen. Gerne treffen sie sich verkleidet im Fastnachtskostüm bzw. Karnevalskostüm, oftmals auch maskiert. Sie versammeln sich in manchmal mehr, manchmal weniger organisierten Gruppen und leiten ihr närrisches Treiben ein. Dabei ziehen sie durch die Orte und besuchen auch verschiedene Gasthäuser. Vor allem am Mittelrhein werden die Frauen auch als Möhnen bezeichnet.

Die Übernahme der Herrschaft der Frauen zur Weiberfastnacht kommt besonders durch den Brauch zum Ausdruck, bei dem allen Männern die Krawatten mit einer Schere abgeschnitten werden. Für die Herren ist es folglich gut an diesem Tag nicht unbedingt die beste Krawatte in ihrem Besitz zu tragen. Mancherorts finden donnerstags sogenannte Altweibersitzungen statt. Auch Altweiberbälle werden an diesem Tag veranstaltet.

Im badisch-schwäbischen Raum haben sich viele andere Fastnachtsbräuche bewährt. So ziehen in vielen Städten und Dörfern donnerstags schon früh am Tag weiß-gekleidete Gestalten durch die Straßen, mancherorts sogar Musikkapellen und Fanfarenzüge die bereits vor Tagesanbruch lautstark die Einwohnerschaft aus dem Bett holen.