Barbara

Barbara in Deutschland 2015, 2016, 2017 und 2018.





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Barbara 4 Dezember - - -

Die Legende der heiligen Barbara

Uns stehen heutzutage nur wenige historisch gesicherte Fakten über die heilige Barbara zur Verfügung. Literatur für den Zweck der Forschung ist äußerst ungeordnet. Das Bisschen das über Barbara bekannt ist entstammt ohne Ausnahme der Heiligenerzählung, der Legende. Doch enthalten auch Legenden einiges an Wahrheit die man lediglich entschlüsseln muss, und das lohnt sich auch zu tun.

Den Gedenktag der heiligen Barbara begeht man jedes Jahr am 4. Dezember. Laut der Legende ist der Zeitpunkt ihres Martyriums und Todes die Zeit zu der der Kaiser Maximinus Daia regierte. Als Lebensraum wird Nikomedien behauptet, welches das östlich des damaligen Konstantinopels gelegene Gebiet ist. Man geht davon aus, dass die Legende vor dem 7. Jahrhundert nach Christus im byzantinischen Raum entstanden ist. Über Byzanz gelangte die Legende um das Jahr 700 herum nach Italien, von wo aus es ca. 300 Jahre später, zur Zeit in der die Türken Kleinasien überrannten, die Reliquien gesichert wurden.

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Mit der Zeit schafften es diese Reliquien also in das Kloster S. Giovanni Evangelista in Torcello. Die heilige Barbara wird in der goldenen Legende, der „Legenda aurea”, im 13. und 14. Jahrhundert noch nicht erwähnt. In den liturgischen Heiligenkalendern hingegen lässt sie sich jedoch bereits nachweisen. Um das 14. Jahrhundert herum geschah es auch, dass die Bergbaugebiete Sachsens, Schlesiens und Böhmens zu besonderen Kultlandschaften der heiligen Barbara wurden. In den Alpen kommt ihre Verehrung, mit Ausnahme Tirols, hauptsächlich von der Gegenreformation des 17. und 18. Jahrhunderts. Auch im Ruhrgebiet fand die Verehrung der heiligen Barbara bei den Bergarbeitern im neu eröffneten Bergbau Einzug.

Tradition und Bräuche

Laut einer ziemlich alten Tradition werden am Barbaratag die Zweige eines Obstbaums oder einer Forsythie geschnitten und dann ins Wasser gestellt. Solche Barbarazweige, im Gebiet der Alpen auch Barbarabaum genannt, sollen bis Heiligabend blühen und in der kalten, düsteren Winterzeit dem Zuhause ein wenig Licht spenden. Dieser Brauch beruht auf einem Teil der Legende, laut dem Barbara auf dem Weg ins Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängen blieb, den sie dann in ein Gefäß mit Wasser stellte und der dann genau an dem Tag blühte, an dem man sie zum Tode verurteilte.

Zudem gibt es auch den Barbaraweizen, welcher am Tag der heiligen Barbara auf einem Teller ausgesät wird und spätestens zu Weihnachten aufsprießen soll. Auch in den alten Bauernregeln gibt es den Bezug auf Barbara. So heißt es zum Beispiel: „An Barbara die Sonne weicht / an Lucia sie sich wieder zeigt“.