Palmsonntag

Palmsonntag in Deutschland 2015, 2016, 2017 und 2018.





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Palmsonntag 29 März 20 März 9 April 25 März

Der Ursprung von Palmsonntag

Palmsonntag gehört im weitesten Sinne zum Osterfest und ist ein wichtiger, kirchlicher Feiertag. Er ist, wie das Osterfest selbst ein beweglicher Feiertag und wird am letzten Sonntag innerhalb der Fastenzeit, also eine Woche vor Ostersonntag, begangen. Gleichzeitig steht er damit am Beginn der so genannten Karwoche, die noch einmal besonders an die Leiden Jesu Christi erinnert. Am eigentlichen Palmsonntag zog Jesu Christi in Jerusalem ein. Die Menschen empfingen ihn mit den als besonders heilig geltenden Blättern von Palmen und provozierten damit die damaligen römischen Stadtherren, da sie es als Zeichen des Königtums Jesu Christi ansahen. Unüblich für einen König und als Ausdruck besonderer Bescheidenheit ritt er nicht etwa hoch zu Ross, sondern auf einem Esel in die Stadt ein. Gleichzeitig saß er dadurch tiefer und konnte einen besseren, direkteren Kontakt zu den Menschen herstellen, die ihn tief verehrten. Die Asche der Palmwedel selbst, die auch heute noch am Palmsonntag genutzt werden, wird aufbewahrt und im folgenden Jahr an Aschermittwoch gesegnet. Die Gläubigen erhalten an diesem Tag ein Aschekreuz auf ihre Stirn gezeichnet, das die besondere Buße in der Fastenzeit symbolisiert.

Der Palmsonntag als besonderer kirchlicher Feiertag geht auf die alte Liturgie der Stadt Jerusalem zurück, die besondere Ereignisse des Leidensweges des Messias darstellte und damit den Menschen in Erinnerung rief. Auch in heidnischen Osterbräuchen haben Palmen eine besondere Bedeutung, so dass die Weihe von Palmzweigen schon lange als Schutz der Häuser vor Feuer und Blitzen bekannt ist. In der katholischen Kirche werden auch Palmkätzchen (Weidenkätzchen) für Prozessionen zur Kirche an Palmsonntag verwendet. Auch diese Verbindung von Weidenkätzchen als Fruchtbarkeitssymbole mit Ostern in ihrer Gestalt als Frühblüher ist tief in unserer Gesellschaft verwurzelt und wird auch von vielen nicht-religiösen Mitmenschen praktiziert. In seiner Zeit sah man den Einzug von Jesus Christus nach Jerusalem wahrscheinlich auch als Vorbote der Befreiung von der römischen Besatzung, unter der viele Menschen der damaligen Zeit zu leiden hatten. Er erfüllte die Hoffnungen der Menschen auf andere Weise, indem er sich für ihre Sünden ans Kreuz nageln ließ.

Besondere Bräuche zu Palmsonntag

Vielerorts und schon seit langer Zeit werden an Palmsonntag Prozessionen, vor allem in katholisch geprägten Gegenden zum allgemeinen Brauchtum. Dabei werden die Palmzweige als Symbole vielerorts durch Buchsbaumzweige oder aber durch Weidenkätzchen ersetzt. Diese Zweige werden durch das Tauchen in Weihwasser geweiht und nach der kirchlichen Prozession mit ins eigene Heim genommen, um dieses vor schlechten Ereignissen zu schützen.

Auf besonders eindrucksvolle Art wird die Palmsonntagsprozession in Jerusalem gefeiert. Diese wird von Franziskanern angeführt und von vielen hundert Menschen begleitet, die oft auch Instrumente und natürlich Palmzweige mitführen. Die Route dieser Pilgerreise führt vom Ölberg hinab durch das Löwentor hinein in die Jerusalemer Altstadt und endet traditionell in der Kirche St. Anna. Dort wird allen Pilgern ein Segen gespendet. Einzelne Prozessionen werden in der heutigen Zeit wieder von hölzernen Eseln oder Figuren, die die Lebensstationen Jesu Christi darstellen, begleitet.

Auch in künstlerischen Darstellungen bildet der Einzug des Messias in Jerusalem ein wichtiges Motiv kirchlicher Darstellungen der biblischen Geschichte. Durch seinen feierlichen Charakter inmitten der Fastenzeit kann man den Palmsonntag auch als kleinen, feierlichen Vorgeschmack auf Ostern betrachten.