Aschermittwoch

Aschermittwoch in Deutschland 2015, 2016, 2017 und 2018.





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Aschermittwoch 18 Februar 10 Februar 1 März 14 Februar

Fastnacht/Karneval und der Aschermittwoch

Der Aschermittwoch ist der traurigste Tag für alle Fastnachtsnarren und Karnevalisten. Während in der Zeit vor Aschermittwoch, vor allem die katholischen Mitglieder der Gesellschaft gerne mal ordentlich über die Stränge schlagen, und in einigen deutschen Städten sogar Kussfreiheit herrscht, ist am Aschermittwoch alles vorbei. Scharfzüngige Zeitgenossen mutmaßen, dass der Name dieses Tages davon stammt, dass alles in Schutt und Asche liegt, nachdem die Narren allerhand Schabernack getrieben haben, aber eigentlich stammt es von dem Brauch an diesem Tage die aufbewahrte Asche vom Verbrennen der Palmzweige (siehe auch Palmsonntag, Einzug Jesus Christi) im Gottesdienst zu segnen und anschließend die Gläubigen mit einem Kreuz aus diese Asche zu zeichnen. Diesen Brauch nennt man auch Aschekreuz spenden. Schon im Alten Testament findet man Textstellen, die das Bestreuen von Gläubigen mit Asche als Zeichen der Buße erwähnen. Man nimmt heute an, dass der Brauch des Aschekreuzes aus eben diesem Glauben stammt.

Die Fastenzeit

Der Aschermittwoch ist auch gleichzeitig der Beginn der 40-Tage dauernden Fastenzeit in der die kirchlichen Sonntage ausgenommen sind, so dass der Zeitraum bis einschließlich Karsamstag insgesamt 46 Tage zählt. Die Fastenzeit soll den Menschen helfen an den Leiden Jesu Christi teilzuhaben, der 40 Tage in der Wüste blieb. Gleichzeitig erinnert diese Tradition die Menschen an Ihre eigene Vergänglichkeit und daran, dass sie nach höherem streben sollten, als nach Ihrem eigenen Wohlergehen. In der ursprünglichen Ansicht der Fastenzeit wird auf Fleisch verzichtet, da alles „fleischliche“ als Gegensatz zum Geistlichen angesehen wurde. Da heute vielmals eine modernere Ansicht des Fastens als Zeit des Verzichtes vertreten wird, wählen viele Menschen den Verzicht auf Dinge, die Ihnen besonders wichtig sind oder sie sogar bestimmen. Das kann das Smartphone genauso sein, wie der Verzicht auf Süßigkeiten. Fragt man Menschen, die fasten, auf was sie verzichten, so sind Süßigkeiten die am meisten gehörte Antwort in Deutschland.

In Deutschland ist der Aschermittwoch kein gesetzlicher Feiertag und dennoch sehen es die Menschen in traditionell ländlich geprägten Gegenden als die Pflicht des Arbeitgebers an, den Angestellten den Besuch eines Gottesdienstes an diesem Tag zu ermöglichen. Das geht so weit, dass sich in manchen Gebieten katholische Schüler sogar vom Unterricht befreien lassen können.

Der Zeitpunkt von Aschermittwoch berechnet sich aus dem Zeitpunkt für Ostern (46 Tage vor Ostersonntag). Ostern hingegen wird nach der so genannten Osterformel berechnet, so dass Aschermittwoch immer zwischen dem 4. Februar und dem 10. März liegt.

Auch in der evangelischen Kirche wird am Aschermittwoch ein wichtiger Gottesdienst gefeiert, der in der heutigen Zeit wieder vermehrt an Bedeutung gewinnt, da auch wieder mehr Menschen bereit sind, dass Fasten in ihren Lebensalltag zu integrieren. Normalerweise wird dieser Gottesdienst als Bußgottesdienst oder als Gemeindebeichtgottesdienst gefeiert.

Politischer Aschermittwoch

In Deutschland ist es in erster Linie in Bayern weiterhin Brauch, dass der Aschermittwoch auch politisch begangen wird, so dass er auch als politischer Aschermittwoch bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um die jährlichen Treffen der großen und kleineren Parteien, auf denen mit polemischer Rhetorik meist in großen Bierzelten populistische Reden geschwungen werden, um die Parteikollegen auf das kommende Jahr einzustimmen. Dabei rücken detaillierte Diskussionen eigentlicher Sachthemen meist in den Hintergrund, während hingegen gern deutliche Attacken gegen politische Gegner und auch Parteikollegen die Oberhand gewinnen.