Fastnacht

Fastnacht in Deutschland 2015, 2016, 2017 und 2018.





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Fastnacht 17 Februar 9 Februar 28 Feburar 13 Februar

Die Tradition der Fastnacht

Als Fastnacht sind jene Bräuche bekannt, die im Zeitraum vor der sechswöchigen Fastenzeit freudvoll gefeiert werden. Die Fastenzeit fängt am Aschermittwoch an und gilt im Christentum als Vorbereitung des Osterfests.

Die Fastnacht wird sehr unterschiedlich gefeiert: Eine große Rolle spielen dabei Fastnachtsumzüge, Masken, Musik und natürlich das Verkleiden. In Lateinamerika kam der Karneval so zu einer ganz eigenständigen Lebhaftigkeit, wie beispielsweise beim Karnevalsfest von Oruro wie auch dem Karneval Rios. Auch Venedig und Kanada, sowie die belgischen Ostkantone und Spanien sind für ihre Karnevals gut bekannt. Sogar die Menschen aus den Südstaaten der USA pflegen eine ausgeprägte Karnevalstradition. In der Stadt New Orleans zum Beispiel, verwenden Einheimische die französische Bezeichnung Mardi Gras. Auch in Namibia feiert man an verschiedenen Orten der Nation den Karneval, jedoch gibt es dort keinen kalendarischen Bezug zur Fastenzeit. Als „Hochburgen“ gilt weiterhin vorwiegend das Rheinland, doch finden sich mittlerweile in ganz Deutschland Menschen die diese Bräuche feiern.

Die Ursprünge der Fastnacht

Die Eltern des heutigen Karnevals entwickelten sich bereits vor ca. 5000 Jahren in Mesopotamien. Hier wurde erstmalig ein Gleichheitsprinzip als Teil lustiger Feste genutzt, welches bis heute ein ikonisches Merkmal des Karnevals darstellt.

Selbst die Römer feierten damals schon farbenprächtige Karnevalsumzüge und zogen einen wunderbar dekorierten Schiffswagen durch die Straßen der Stadt.

Aus einem Stück des Parzival des berühmten Minnesängers Wolfram von Eschenbach, welches bis zum Jahr 1206 zurückgeht, finden wir die unseres Wissens nach älteste literarische Nennung der "Fasnaht".

Die Fastenzeit die vor dem Osterfest gefeiert wird wurde natürlich von den Reformisten in Frage gestellt. So verlor die Fastnacht ihren Sinn. Als Folge gerieten viele Traditionen in protestantischen Gegenden leider, zumindest teilweise, wieder in Vergessenheit. Im Barock wurden auf Schlössern wie auch an Fürstenhöfen reiche Karnevalsfeiern gehalten, bei denen die Masken stark an die der italienische Commedia dell'Arte erinnerten.

Im Februar des Jahres 1729 hüpften und tanzten die Nonnen aus dem Kölner Kloster St. Mauritius bereits am Donnerstag vorm Karneval in profaner Verkleidung durch ihre Hallen. Vermutlich war das die erste Weiberfastnacht.

Die Fastnacht in der heutigen Zeit

In den Städten organisierten vermehrt Handwerkszünfte und vor allem auch die jüngeren Gesellen die Fastnacht , in den frühen 1800ern übernahm, speziell im rheinischen Raum, das sogenannte Bürgertum die Veranstaltung des Fests. Doch anderswo schaffte der Fasching und der Karneval es nur kaum sich niederzulassen; Demnach wurden beispielsweise in England viele Bräuche wegen der Reformationen Heinrichs VIII. leider vergessen, und schafften daher auch nicht die Reise in die USA bzw. nach Kanada. Eine eher seltene Ausnahmen bietet hier die Stadt Québec und das ehemalig französische-katholische New Orleans.

Die ältesten Fastnachten Südwestdeutschlands findet man übrigens nach wie vor in überwiegend katholischen Orten. In den 90er Jahren hatte ein absoluter Fastnachtsboom zur Folge, dass auch protestantische Gemeinden damit begonnen die Fastnacht zu feiern. In der Schweiz hat die Stadt Basel einen Sonderstatus: Obwohl seit Jahrhunderten der Protestantismus die Vorherrschaft genießt, feiern die Einwohner trotzdem eine sehr traditionelle Fastnacht.