Walpurgisnacht

Walpurgisnacht in Deutschland 2015, 2016, 2017 und 2018.





Deutschland 2015 2016 2017 2018
Walpurgisnacht 30 April 30 April 30 April 30 April

Die Ursprünge der Walpurgisnacht

Die Walpurgisnacht ist unter verschiedenen Namen an verschiedenen Orten bekannt, so dass man sie manchmal auch als Hexenbrennen bezeichnet. Sie wird neben Deutschland auch in anderen Ländern Mittel- und Nordeuropas begangen und auch unter dem Namen „Tanz in den Mai“ kommerziell vermarktet. Ihren Ursprung hat sie in der Feier der heiligen Walburga am 01. Mai und ist die Vigilfeier dieses Tages. Im Gegensatz zu der Vigilfeier an Ostern, bietet die Walpurgisnacht jedoch vielfältige Möglichkeiten zum geselligen Beisammensein, zu Musik und Tanz.

Die heilige Walpurga war eine Äbtissin aus Großbritannien und lebte im achten Jahrhundert nach Christus. Während ihr Tag noch im Mittelalter am 01. Mai gefeiert wurde, ist diese heute in Deutschland am 25. Februar, ihrem Todestag, im Kalender verankert. Walpurga ist die Schutzheilige gegen jede Art von Krankheit, bzw. Seuche.

Bedeutung und Bräuche zur Walpurgisnacht in der heutigen Zeit

Bedeutung hat die Walpurgisnacht als Austreibung von bösen Hexen und Geistern. Man glaubt, dass in der Nacht auf den ersten Mai die Hexen allerorts an erhöhten Punkten, aber besonders auf dem Brocken im Harz, ein großes Fest abhalten. Innerhalb der Sprache dieses Tages wird dieser Berg dann auch als Blocksberg bezeichnet. Dieses Fest wird gemeinhin auch Hexen-Sabbat genannt und ist schon lange im Brauchtum der germanischen Völker verankert. Der Name dieses Tages stammt wahrscheinlich aus Goethes Faust, bzw. erhielt mit diesem Werk erst eine weitreichende Verbreitung. Zuvor und auch heute noch in manchen Mundarten bezeichnet man diese besondere Nacht auch als Walper-Nacht oder Walper-Abend.

Viele ursprüngliche Bräuche aus der Walpurgiszeit leben heutzutage in den bestimmten Maibräuchen fort. So wird der eigene Hof besonders durch Maibäumchen oder ausgelegte Besen vor dem Treiben am Hexensabbat geschützt. Der Maibaum als solcher ist Symbol für den Weltenbaum und zugleich für die Fruchtbarkeit der Natur und der Menschen. Da im Frühling diese Fruchtbarkeit besonders zum Ausdruck kommt und das bäuerliche Leben auf eben diese angewiesen ist, haben diese Feste und das dazugehörige Brauchtum vor allem in ländlichen Gegenden besondere Bedeutung.

In der Walpurgisnacht werden überall große Feuer oder eine Vielzahl kleinerer Feuer abgebrannt, die die Menschen in deren Nähe vor Seuchen (in alter Zeit vor allem Pest, Tollwut und jegliche Art von Hustenleiden) schützen sollen. Diese Feuer stehen auch im Mittelpunkt der Tanz-in-den-Mai-Feiern und ähnlicher Bräuche. Die moderne Interpretation in Unabhängigkeit von Walpurga soll böse Geister vertreiben und fern halten, sowie die Wirkung von Hexenzaubern vermindern. Meistens werden deshalb auch hölzerne Hexenbildnisse in diesen Feuern verbrannt. Ist das Feuer schon klein geworden, dann springen Liebespaare gerne gemeinsam darüber, was man auch Maisprung nennt.

In der heutigen Zeit ist der Aberglaube an Hexen und Geistern nur noch sehr wenig in Deutschland verbreitet, weswegen die Walpurgisnacht inzwischen vielerorts einer Volksfest-artigen Veranstaltung mit viel Fröhlichkeit, Feiern, Tanzen und Singen gewichen ist. In Marburg begeht der Bürgermeister traditionell mit vielen Besuchern gemeinsam das Maisingen um Punkt Mitternacht auf dem Rathausplatz.

In einigen, vor allem süddeutschen Gegenden wird die Walpurgisnacht auch von Kindern und Jugendlichen unter dem Deckmantel des „Walperns“ genutzt, um in der Nachbarschaft Unordnung zu stiften. Dabei werden allerhand Eimer, Gartengeräte, Mülleimer und alles, was sonst nicht befestigt ist vom angestammten Platz an einen anderen befördert.