Tag der Deutschen Einheit

Tag der Deutschen Einheit in Deutschland 2015, 2016, 2017 und 2018.





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Tag der Deutschen Einheit 3 Oktober 3 Oktober 3 Oktober 3 Oktober

Die innerdeutsche Teilung und der Kalte Krieg

Der „Tag der Deutschen Einheit“ ist der nationale Feiertag des Deutschen Volkes. Er wird am 03. Oktober seit der Wiedervereinigung gefeiert. Damit ist er ein sehr junger Feiertag, da Deutschland erst seit 25 Jahren wiedervereint ist.

In der Folge des zweiten Weltkriegs wurde Deutschland nach der Kapitulation des Dritten Reiches in vier Besatzungszonen eingeteilt – jeweils für die Siegermächte Russland, Großbritannien und die Vereinigten Staaten, sowie für Frankreich. Da der Hauptstadt Berlin herausragende Bedeutung zugemessen wurde, wurde diese in der russischen Besatzungszone liegende Großstadt ebenfalls in vier Sektoren eingeteilt. Dafür wurden der russischen Besatzungszone als Ausgleich einige Gebiete im heutigen, südlichen Thüringen zugeschlagen.

Nachdem zunehmend Spannungen aufgrund kultureller Unterschiede (Kommunismus und Kapitalismus) zwischen den Besatzungsmächten auftraten und die Westmächte in Ihren Besatzungszonen eine unangekündigte Währungsreform durchführten, riegelte Russland die Grenzen Berlins und seiner Besatzungszone ab. In der Folge wurden die Bundesrepublik Deutschland (BRD) am 12. Mai 1949 und die Deutsche Demokratische Republik (DDR) am 07. Oktober 1949 gegründet.

Diese beiden Staaten auf deutschem Boden waren in der Folge bis 1990 die Pufferzone der Westmächte und der Sowjetunion im fortwährenden Kalten Krieg. Der Mauerbau Im Jahr 1961 riegelte die beiden Staaten (in der DDR herrschte der Sozialismus, in der BRD der Kapitalismus) endgültig voneinander ab.

Geschichte der Wiedervereinigung

Erst die zunehmende Instabilität der kommunistischen/sozialistischen Staatsform in der Sowjetunion und der in der Folge löchrig werdenden Grenzen in Ungarn, sowie die steigende Unzufriedenheit und verschlechterte Versorgungssituation in der DDR führten zu großen, friedlichen Demonstrationen für Öffnung und Reformen. Als klar wurde, dass die DDR faktisch pleite war und nur schwer zu retten, trat sie historisch bedeutsam dem Staatsgebiet der BRD bei. Dieser Beitritt wurde von den Alliierten Mächten mitgetragen und stellt gleichzeitig das Ende des Kalten Krieges dar. Gleichzeitig wurde mit diesem Schritt das Ende des Zweiten Weltkrieges besiegelt und die neuen Bundesländer Thüringen, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, sowie Berlin als Ganzes in die BRD integriert.

Dem Beitritt vorausgegangen war der Fall der Mauer, der den Bürgern der DDR endlich die lang ersehnte Reisfreiheit gewährte, die eine der Grundforderungen der Demonstrationen der Ende der Achtziger Jahre war. Dieser Tag wurde unbeabsichtigt durch eine unvorbereitete Rede von SED-Generalsekretär Günter Schabowski ausgelöst, als er den zeitlichen Rahmen für Reiseerleichterungen für Bürger der DDR nicht benennen konnte.

Festlegung als Nationalfeiertag

Der Tag des Mauerfalles wäre die erste Wahl als Nationalfeiertag gewesen. Da jedoch dieser Tag mit einem der schwärzesten Tage der Deutschen Geschichte, der Reichspogromnacht, zusammenfällt, wurde stattdessen die Unterzeichnung des Beitritts zur Bundesrepublik Deutschland als Nationalfeiertag erwählt. Der Tag der Deutschen Einheit ist ein bundesweiter, gesetzlicher Feiertag des Bundes (der einzige) – alle anderen gesetzlichen Feiertage legen die Bundesländer in Ihren eigenen Gesetzen fest.